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Geschichte der Hypnose 1: Älteste Heilmethode

Hypnosetherapie ist eine der ältesten Heilmethoden der Welt.
Schon im 4. Jahrtausend v. Chr. kannte und verwendete das älteste bekannte Kulturvolk der Erde, die Sumerer, verschiedene Stufen der Hypnose als Therapie. Priesterärzte heilten Kranke durch hypnotische Suggestionen im Schlaf.

Auch die älteste Sanskriturkunde aus Indien bezeugt die Kenntnis und Anwendung verschiedener Stufen von Hypnose.

Aus dem alten Ägypten ist ebenfalls die Anwendung von Hypnosetechniken zur Heilung von Krankheiten bekannt.

Auch die Griechen und Römer hypnotisierten Kranke in ihren Tempeln, um ihnen dadurch den Kontakt zu den Göttern und zu deren Heilung wirkenden Gaben zu vermitteln. Sogar von Philosophen ist die Nutzung hypnotischer Suggestionen zur Heilung von Krankheiten bekannt.

Aus diesen Praktiken entwickelten dann christliche Mönche die so genannten Wunderheilungen, die sie durch Gebete, mit Weihwasser, Handauflegungen und den Reliquien von Märtyrern herbeiführten. Auch eine durch Nabelschau herbeigeführte Selbsthypnosetechnik von Mönchen des Berges Athos aus dem 11. Jahrhundert ist überliefert.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts verzeichnete schließlich der berühmte Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker, Laientheologe und Philosoph Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, legendäre Heilungserfolge, indem er den "inneren Arzt" im Menschen für seine Heilung zu aktivieren verstand. Dieser fast emanzipatorische Heilansatz brachte ihm aber auch die erbitterte Gegnerschaft durch etablierte Mediziner und Apotheker ein, denen er bloßes Bücherwissen bescheinigte.

Die Inquisition, die Hypnotiseure als Teufelsbeschwörer verbrannte, brachte die hypnotische Heilkunst dann in Vergessenheit.

Erst mit Franz Anton Mesmer (1734 – 1815), der seine Hypnose an der Tierhypnose von Athanasius Kirchner und den magnetischen Kuren des Jesuitenpaters Maximilian Hell anlehnte, wurde indirekt der Impuls für eine wissenschaftlich fundierte moderne Entwicklung der Hypnose gesetzt.